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Von der amerikanischen “Legal clinic” zur studentischen Rechtsberatung in Deutschland

Vorreiter im Bereich der studentischen Rechtsberatung waren und sind die Vereinigten Staaten, wo Hochschulen sich bereits früh in sogenannten Legal clinics engagierten, um ihre Studenten noch besser auf die beruflichen Herausforderungen des Rechtsberufes vorbereiten zu können. Schon bald füllten die Legal clinics eine Lücke im US-Zivilrechtsschutzsystem, da sie finanziell benachteiligten Rechtssuchenden kostenlose Unterstützung bieten. Die Hochschulen sind neben sozialen Organisationen ein wichtiger Träger dieses Modells. Zudem werden dadurch die Folgen des Fehlens einer dem deutschen Referendariat vergleichbaren praktischen Ausbildung gemindert. Erste Angebote bestanden dort bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Die moderne Ausgestaltung solcher Legal clinics begann erst in den 1960er-Jahren aufgrund einer großzügigen Förderung durch die Ford Foundation. Im Jahr 1973 hatten 125 der damals 147 Law Schools entsprechende Angebote. Eine Umfrage aus dem Jahr 2007/2008 unter 131 Law Schools ergab, dass dort insgesamt 809 Kliniken (6,2 pro Law School) existierten, nur 3 Befragte erklärten, kein entsprechendes Angebot zu haben.